Welche Nachteile hat Power-to-Heat?
Inhalt
1. Abhängigkeit vom PV-Überschuss
2. Kein Ersatz für eine Wärmepumpe
3. Speicher ist Voraussetzung
4. Wirtschaftlichkeit ist individuell
5. Falsche Systemplanung mindert den Nutzen
6. Fazit
7. FAQs
Power-to-Heat-Systeme wie eTherm ermöglichen es, überschüssigen PV-Strom effizient in Wärme umzuwandeln. Als Hersteller wissen wir jedoch: Die Technologie ist kein Allheilmittel und nicht in jeder Konstellation automatisch wirtschaftlich.
Entscheidend ist immer das Gesamtsystem. Nur wenn Photovoltaikanlage, Speicher und Regelstrategie zueinander passen, entfaltet Power-to-Heat sein volles Potenzial.

Frank Thole
Leiter Produktmanagement
1. Abhängigkeit vom PV-Überschuss
Power-to-Heat nutzt ausschließlich überschüssigen Solarstrom. Ohne regelmäßigen Überschuss entsteht kein zusätzlicher Nutzen.
Bei sehr kleinen PV-Anlagen oder hohem Eigenverbrauch im Haushalt kann die verfügbare Überschussmenge gering sein. In solchen Fällen sinkt die Wirtschaftlichkeit.
2. Kein Ersatz für eine Wärmepumpe
Power-to-Heat wandelt Strom direkt in Wärme um – mit einem Verhältnis von 1:1.
Eine Wärmepumpe nutzt zusätzlich Umweltenergie und erreicht dadurch deutlich höhere Leistungszahlen. Power-to-Heat ersetzt daher keine Wärmepumpe, sondern ergänzt sie sinnvoll – insbesondere zur Nutzung von Sommerüberschüssen.
3. Speicher ist Voraussetzung
Ein Pufferspeicher ist zwingend erforderlich. Ohne Speichervolumen kann keine Energie zwischengespeichert werden.
Zudem beeinflussen Größe, Bauart und Schichtung des Speichers maßgeblich die Effizienz. Ein ungeeigneter oder zu kleiner Speicher reduziert den möglichen Nutzen erheblich.
4. Wirtschaftlichkeit ist individuell
Die Amortisation hängt stark von den Rahmenbedingungen ab:
Größe der PV-Anlage
Strompreis
Einspeisevergütung
Warmwasser- und Heizbedarf
Je mehr Überschuss regelmäßig anfällt und je höher der Wärmebedarf ist, desto attraktiver wird die Lösung.
5. Falsche Systemplanung mindert den Nutzen
Power-to-Heat funktioniert nur dann effizient, wenn das System richtig ausgelegt und eingebunden ist.
Typische Planungsfehler sind:
fehlende oder ungenaue Abstimmung mit dem Energiemanagement
keine oder unzureichende Leistungsmodulation
hydraulische Fehlanbindung im Speicher
fehlende Berücksichtigung der Schichtung
Folge: Der PV-Überschuss wird nicht optimal genutzt oder es kommt sogar dazu, dass unnötig Strom aus dem Netz bezogen wird.
6. Fazit
Power-to-Heat ist eine wirkungsvolle Technologie zur Nutzung von PV-Überschuss – aber nur im richtigen Systemkontext.
Als Hersteller entwickeln wir Lösungen wie eTherm bewusst für überschussgeführte, modulierende und speicheroptimierte Anwendungen. Entscheidend bleibt jedoch die individuelle Auslegung durch den Fachbetrieb. Power-to-Heat ist kein Ersatz für andere Wärmetechnologien, sondern ein intelligenter Baustein innerhalb eines ganzheitlichen Energiekonzepts.
Zusammengefasst
Power-to-Heat ist sinnvoll:
Bei regelmäßigem PV-Überschuss
Mit geeignetem Pufferspeicher
Als Ergänzung zu bestehenden Heizsystemen
Bei systemorientierter Planung
Einschränkungen bestehen:
Bei kleinen PV-Anlagen
Ohne Speichervolumen
Bei fehlender Modulation oder falscher Einbindung
Wenn kein relevanter Wärmebedarf vorhanden ist
7. FAQs
Nein, aber die Wirkungsweise ist unterschiedlich. Power-to-Heat nutzt Strom direkt (1:1), während Wärmepumpen Umweltenergie einbeziehen und dadurch höhere Leistungszahlen erreichen.
Ein ausreichend dimensionierter Speicher ist Voraussetzung. Ohne ihn kann keine wirtschaftliche Nutzung erfolgen.
Nein. Die Technologie dient der Nutzung von PV-Überschuss und ergänzt bestehende Wärmeerzeuger.
Die Wirtschaftlichkeit hängt von Anlagengröße, Überschussmenge und Wärmebedarf ab. Eine individuelle Betrachtung ist notwendig.
Weil Speicher, Regelung und PV-Anlage optimal zusammenspielen müssen. Nur dann wird der Überschuss effizient genutzt.